Die kleine bronzene Gedenktafel rechts des Kirchenportals verrät bereits Wesentliches über die Margarethenkirche: Sie ist älter als 1271, wurde in der Reformationszeit umgebaut, in den 60iger Jahren restauriert und trägt seit 1997 wieder ihren alten Patronatsnamen. Damit sind baugeschichtlich die wesentlichen, für uns faßbaren Phasen beschrieben:

(1) Es ist recht wahrscheinlich, daß mit der fränkischen Besiedlung – Krofdorf wird 774 erstmals urkundlich erwähnt – an der Stelle der heutigen Kirche bereits ein Sakralgebäude (Kapelle oder Kirche) errichtet wurde, das sich damit historisch im ältesten Dorfkern, oberhalb des Fohnbachs, befindet. In der Renovierungsphase (5) wurden romanische Elemente im Chor und der südöstlich angrenzenden Sakristei entdeckt.

(2) 1271 findet die Kirche ihre Ersterwähnung in einer Schenkungsurkunde des Landgrafen Heinrich v. Hessen an das Kloster Altenberg. Krofdorf gilt in der folgenden Zeit als Mutterkirche für Gleiberg, Launsbach (bis um 1577) und Kinzenbach (1585 bis 1968). - Der Rechteckchor aus zwei kreuzgratgewölbten Jochen mit drei gotischen Maßwerkfenstern wird vermutlich Anfang des 14. Jhdts. gestaltet.

(3) Ab 1513 unterliegt die baufällige Kirche unter dem letzten röm.-kath. Pfarrer der Gemeinde Cyriakus Frantz einer Umbauphase von einer vorreformatorischen Dorfkirche in eine reformatorische Predigtkirche. Davon zeugt das Kirchenportal mit seinem nach vorne gezogenen Schlußstein mit Bauinschrift (ungewöhnliche Schreibweise: „ANNO DM. XVC XIII“). Mit dem in Querachse zum Chorraum etwas verschobenen Kirchenschiff erhält die Margarethenkirche beinahe ihr heutiges Gesicht. An der nördlichen Längsseite und im Westgiebel wird je eine Empore errichtet, die die Kirche - mit der Komplettierung der Empore an der südlichen Längsseite im 18. Jhdt. – nach Expertenmeinung zum „bedeutendsten erhaltenen Beispiel einer spätgotischen Holzpfeilerkirche in Hessen“ (Dehio) machen: Die zweimal drei mächtigen, achteckigen Holzpfeiler mit je vier Kopfstreben verleihen der Kirche mit ihrer hohen Flachdecke samt den beiden flankierenden langgezogenen Seitenemporen etwas dreischiffig-hallenartiges. – Äußerlich wird die Kirche eher unscheinbar gestaltet; das steile Satteldach trägt mittig einen schlanken Spitzhelmdachreiter als Glockenturm (erneuert 1983). Auffällig ist der doppelseitige Treppenaufgang zum Emporenportal.

(4) In den folgenden Jahrhunderten findet sich innen ein Gestühl mit Mittelgang, der Chor wird abgetrennt und als Abstellraum benutzt. Die als Trennwand hochgezogene vierte, östliche Empore besteht aus Altar, Kanzel und Orgel. Da mit Ausnahme von Orgel und Kanzel alles farblich recht dunkel gehalten war, wirkte die Kirche auf viele Menschen eher bedrückend.

(5) Eine umfassende Restauration wird unter Pfarrer H.-Christoph Barnikol 1966-68 durchgeführt. Um die Sichtverhältnisse zu verbessern, wird auf den Mittelgang verzichtet. Der Chor wird seiner eigentlichen Bestimmung wieder zugeführt, ein neu gemauerter Altar hineingesetzt. Die Kanzel erhält ihren Platz an der südöstlichen Schwelle zum Chorraum, die Orgel auf der Westempore. Auch die farbliche, unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten betriebene Neugestaltung hat dazu beigetragen, die Kirche in eine beliebte Gottesdienststätte zu verwandeln.

 

Verwendete Literatur u.a.
H.-Chr. Barnikol, Evangelische Kirchengemeinde, in: J. Leib, Krofdorf-Gleiberg zwischen Tradition und Fortschritt (Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier) 1974
M. Schmidt, 1271-1996. 725. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Krofdorfer Kirche (Hrsg. Kirchengemeinde)
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 1982

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