(1) Das aus rotem Sandstein gefertigte Grabdenkmal der Margreth Holtzapfel, geb. von Schaderitz (+1572), beherrscht wesentlich den Eindruck des Kirchenraums mit. Die Frau des Magnus Holtzapfel von Vetzberg ist lebensgroß als betende Frau mit gefalteten Händen dargestellt, Ausdruck eines Lebens, das sich – ganz reformatorisch - allein von Gottes Gnade abhängig weiß. Ihr Mann förderte als Amtmann von Gleiberg die Reformation, die mit dem ersten evang.-luth. Pfarrer Justus Bruelius 1546 in Krofdorf und Gleiberg Einzug hielt. - Das zweite Epitaph (nördl. Chorwand) des August Ullmann R. Lesch v. Mühlheim (+1696), eines Nachfahren des 2. großen Förderers der Reformation Marx Lesch, beeindruckt durch die bezeugte Glaubenszuversicht aufgrund der Auferstehung.

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Wer durch das Portal eintritt, sollte sich dessen mittelalterlicher Hinweisfunktion auf Christus als der Tür zum Heil bewußt sein: „Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, der wird selig werden.“ (Joh 10,9).

(2) Wie ein Spiegelbild dessen, worauf die Gemeinde stolz ist – ihre Kirche als Holzpfeilerkirche, wirkt der moderne, sich mit alten Formen versprechende Taufstein (1998) des Berliner Künstlers Kassiel (Andreas G.) Kaehler. Durch seine raumbeherrschende Wirkung entsteht fast eine eigene Taufkapelle seitlich der Kanzel. Aus grauem Kalkstein (Belgischem Granit) achteckig geschnitten mit rundem Pokal, die eigentliche Taufe tragend, umgeben von acht achteckigen, rotbraunen Holzsäulen: Unser Leben, durch Glaube und Vorbild von Christen geprägt, ist getragen von Christus, verläßlich wie die Steinsäule in der Mitte. Die bronzene Taufschale ist bewußt naiv gehalten mit an Kinderbauklötzchen oder an im Weg liegende Steine erinnernde Erhebungen sowie einem mittigen Erdkreis mit Christus-Monogramm und Kreuz. Die um die Schale gruppierten acht bronzenen Würfel und Dreieck-Giebel ergeben das Bild einer Krone: „Sei getreu ist bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“(Offbg 2,10).

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(3) Die im Übergang zum Chor fast mittig auf der Längsachse der Kirche angebrachte geschnitzte, reichlich mit Intarsien verzierte Kanzel - Schalldeckel und Korb gingen verloren - ist ein Werk der Spätrenaissance (möglicherweise handelt es sich um den 1547 erwähnten „Predigtstuhl“).

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(4) Über dem Altar hängt das 1985 von dem Mainzer Künstler Alois Plum angefertigte schmiedeeiserne Altarkreuz mit Kruzifix, das in der Grundform eines Kleeblatts mit je einem Bergkristall (Symbol für den Schatz des Evangeliums) gestaltet ist. Der gekreuzigte Christus ist mit seinen geöffneten Armen fast im Segensgestus des Auferstandenen dargestellt. Diese Deutung wird unterstützt durch die in den Winkeln des Kreuzes angebrachten Blätter als Lebenszeichen.

(5) Eine an der Nordseite im Chor angebrachte Nische diente einst als Sakramentshäuschen und wird heute von einem schmiedeeisernen Gitterwerk geschützt (Hans Pietsch 1979). Hier werden die Abendmahlsgeräte der Gemeinde aufbewahrt. Kunsthistorisch beachtlich sind u.a. zwei vergoldete Kelche, von denen der eine wohl aus der Zeit von 1520 stammt.

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(6) Die Orgel (1 Manual, 11 Register) mit zwei Pfeifentürmen wurde 1971 unter Verwendung von Teilen der alten Orgel (1854) von der Fa. Hardt, Möttau, gebaut. Bereits Mitte 17. Jhdts. und 1710 ist je eine Orgel nachgewiesen.

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Magarethen - und Katharinenkirche Sep. 2009 163

(7) Die vier Glocken (1983, Bronze) rufen, wie es ihre Aufgabe ist, die Menschen zu sonntäglichem Gottesdienst und täglichem Innehalten zum Gebet und tragen zugleich die Freude des Glaubens in die Welt zum Zeugnis hinaus. Die Inschriften:

Totenglocke (Ton g`):  „Der Herr spricht: Fürchte dich nicht; ich bin mit dir + Jesaja 41,10+“.
Gebetsglocke (Ton a`): „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet + Römer 12,12+“.
Abendmahls- und Trauglocke (Ton c): „Gott sei uns gnädig und segne uns + Psalm 67,2+“.
Taufglocke (d): „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren + Lukas 11,28+“.

 

Verwendete Literatur u.a.
H.-Chr. Barnikol, Evangelische Kirchengemeinde, in: J. Leib, Krofdorf-Gleiberg zwischen Tradition und Fortschritt (Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier) 1974
M. Schmidt, 1271-1996. 725. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Krofdorfer Kirche (Hrsg. Kirchengemeinde)
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 1982

Fotos: Copyright Fotofreunde Krofdorf Gleiberg

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Taufstein und Taufschale der Evangelischen Margarethenkirche Krofdorf

Entwurf/Realisierung: Andreas G. Kaehler, Berlin 1997/98
Material: Kalkstein(Belgisch Granit, Eichenholz, Bronze
Foto: Martin Lehmann-Ebening

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