Die evangelische Katharinenkirche Gleiberg wurde um 1350 vor dem ehemaligen Haupteingang der Burg Gleiberg erbaut und der Heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. Die kleine Kapelle in der Burg war nach Verleihung des Marktrechts an Gleiberg etwa zur selben Zeit für die wachsende Bevölkerung nicht mehr ausreichend. Seit frühester Zeit gehört die Kirche als Filial zur Krofdorfer Mutterkirche.


Als die Kirche in den 60iger Jahren restauriert wurde – ein Flugzeugangriff hatte 1945 schwere Schäden verursacht-, wurden zahlreiche, teilweise rekonstruierbare Fresken entdeckt. So sehen wir heute Fragmente beispielsweise der Katharina mit dem Rad, mit dem sie nach der Legende gefoltert wurde. Besonderes auffällig ist der L-förmige Grundriss der Kirche: Zu Beginn des 30jährigen Krieges wurde die Kirche auf Grund der felsigen Hanglange in recht ungewöhnlicher Weise in Querachse erweitert mit zwei von außen betretbaren, übereinanderliegenden Emporen. Die Emporen- und Bankbrüstungen wurden mit Ornamenten und biblischen Bild- und Wortmotiven versehen. Die auffallend reich verzierte und hohe Kanzel samt mächtigem Schalldeckel von 1643 beherrscht wesentlich den Kirchenraum mit.   
 

Im Zuge der Untersuchungen für die bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen ist der historische Dachstuhl aus der Barockzeit neu ins Blickfeld gerückt.
 

In der Verschränkung von moderner Kunst mit dem denkmalgeschützten Kirchenraum und seinem historisch gewachsenem, besonderen Gesicht fügt sich seit 1998 der bronzene moderne Taufstock des Berliner Künstlers Kassiel Kaehler in Aufnahme der ca. 300 jährigen ovalen Taufschale ein: Aus einem Baumstumpf wächst ein neuer Stamm mit einem um ihn sich windenden Weinstock empor, der zwischen einigen Blättern die wertvolle Schale trägt.
 

Weit ins Gleiberger Land hinein macht die Katharinenkirche sich heute mit ihren drei bronzenen Glocken bekannt:
Ursprünglich noch in der kleinen Kapelle der Burg eingebaut, erklang die kleine romanische Glocke im Schlagton f “ ab 1350 in der neuerbauten St. Katharinenkirche. Als sog. Ave-Glocke trägt sie in deutscher Übersetzung die lateinische Inschrift: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott. Gegrüßet seist du Maria, du bist erfüllt mit Gnade, der Herr sei mit dir und du seist gesegnet.“
Die große Glocke von 1571 zeigt auf ihrem Mantel die Gefangennahme Jesu in Gethsemane und seine Grablegung. Sie erklingt im Schlagton h ‘.
Erst 1978 trat durch die Spendenleistung der Gemeindeglieder eine dritte, mittlere Glocke hinzu mit Schlagton d “ und der Inschrift aus Jeremia 22,29: „O Land, Land, höre des Herrn Wort.“

  
Sanierungsmaßnahmen
Die durch Feuchtigkeit und Fäule geschädigten Holzbauteile im Dachstuhlbereich müssen entfernt werden. Anschließend werden an die verbleibenden Holzbalken neue Eichenbalken mit allen zimmermannsmäßigen Verbindungen angeschlossen, so dass die Bauteile wieder voll tragfähig sind und der Charakter der Dachkonstruktion erhalten bleibt. Die wesentlichen Schäden liegen im Bereich der Sparrenfüße und der Mauerlatten. Hier gestaltet sich die Instandsetzung besonders schwierig, da diese Punkte schwer zugänglich sind und das gesamte Dach mit seinem Gewicht darauf sitzt. 
 
 
     
Unsere Bitte an Sie
Diese Kirche als Gottesdienststätte wie als Kulturdenkmal wollen wir als Kirchengemeinde mit aller Kraft erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich belassen. Obwohl der Maßnahmenkatalog für eine fachgerechte Sanierung steht, ist die Finanzierung alles andere als gesichert. Sie können uns entscheidend helfen! Vielen Dank!

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Verwendete Literatur u.a.
H.-Chr. Barnikol, Evangelische Kirchengemeinde, in: J. Leib, Krofdorf-Gleiberg zwischen Tradition und Fortschritt (Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier) 1974
M. Schmidt, 1271-1996. 725. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Krofdorfer Kirche (Hrsg. Kirchengemeinde)
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 1982

Fotos: Copyright Fotofreunde Krofdorf Gleiberg

Taufstock der Evangelischen Katharinenkirche Gleiberg 
Entwurf/Realisierung: Andreas G. Kaehler, Berlin 1997/98
Material: Bronze, die alte Taufschale (Zinn) aufgenommen
Guß: Glocken- und Kunstgießerei Rincker, Sinn/Hessen
Foto: Martin Lehmann-Ebening

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