Liebe trauwillige Paare,

ich freue mich mit Ihnen über Ihren Wunsch, sich kirchlich trauen zu lassen.

Vielleicht überlegen Sie ja auch noch. Und das will es durchaus sein. Denn Sie brauchen für Ihre Partnerschaft nicht unbedingt einen Trauschein; Sie benötigen erst recht nicht den Segen der Kirche durch eine Trauung in der Kirche. Was also sind die Unterschiede? Darüber – und erst recht im Detail über die kirchliche Trauung – möchte ich Sie auf den folgenden Seiten gerne informieren.

Ihre Trauung soll für Sie ein wichtiger Höhepunkt in Ihrer Beziehung werden. Sie ste-cken ein gutes Stück an Zeit und Energie hinein; da will eben auch vieles genau über-legt und entschieden sein.

Gott segne Sie

1. Warum überhaupt eine kirchliche Trauung?

2. An wen müssen wir uns wenden, wenn wir getraut werden möchten?

3. Was ist ein Dimissoriale?

4. Kann ich die Kirchen frei wählen?

5. Und wenn wir nicht in Wettenberg wohnen?

6. Wann sollen wir uns anmelden?

7. Was passiert eigentlich im Traugespräch?

8. Konfessionsverschiedene Ehe – welche Möglichkeiten einer kirchlichen Trauung gibt es?

9. Können wir uns trauen lassen, wenn ein Partner einer ganz anderen Kirche angehört?

10. Was gilt, wenn ein Partner keiner Konfession angehört bzw. aus der Kirche ausgetreten ist oder einer anderen Religion angehört?

11. Welche Kosten erhebt die Kirchen-gemeinde für eine Trauung?

12. Das Drumherum – Blumen, Fotos...

13. Grundordnung des Gottesdienstes

14. Verheiratet, und dann kriselt es – was dann?
 

1. Warum überhaupt eine kirchliche Trauung?
Nach evangelischem Eheveständnis begründet bereits die standesamtliche Eheschließung eine eheliche Gemeinschaft im vollen Rechtssinn. Die kirchliche Trauung wiederholt also nicht die Eheschließung vor dem Altar, sondern sie besitzt eine eigene Qualität.

Wer sich als Mann und Frau kirchlich trauen lassen möchte, bringt zum Ausdruck, dass er von einer Eheschließung mit seinem Partner mehr erwartet als einen bloßen rechtlichen Vollzug:
Der Wunsch wird bekundet, sich durch das Handeln der Kirche begleiten zu lassen.

Wer sich kirchlich trauen lässt, sagt damit: Ich lege gemeinsam mit meinem Partner Wert auf eine Lebensgemeinschaft unter Gottes Wort und Segen. Wir feiern als Eheleute mit der Gemeinde, den Verwandten, Freunden und Gästen zusammen Gottesdienst, um unseren Dank für unsere Liebe und den bisherigen gemeinsamen Lebensweg auszudrücken. Wir treten gegenseitig vor Gottes Angesicht durch unser Ja-Wort, schließen einen Bund miteinander und bitten um Schutz und Begleitung für die gemeinsame Zukunft.
Als Pfarrer versuche ich, diesen vielfältigen Aspekten der Trauung einen angemessenen und besonders feierlichen Rahmen und Inhalt zu verleihen – durch Musik, Gebete, Ansprache und Trauhandlung.

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2. An wen müssen wir uns wenden, wenn wir getraut werden möchten?
Sie haben mehrere Möglichkeiten: Sie können kirchlich heiraten in Ihrer oder Ihres Partners Heimatgemeinde, in der augenblicklichen Wohnsitzkirchengemeinde oder der Gemeinde Ihres zukünftigen Wohnsitzes. Nehmen Sie bitte mit dem Pfarrer bzw. der Pfarrerin der jeweiligen Kirchengemeinde Kontakt auf und melden Sie Ihre Trauung bei ihm bzw. bei ihr an, wenn Sie sich entschieden haben.
Möchten Sie nicht in Krofdorf-Gleiberg heiraten, dann lassen Sie sich bitte in unserem Gemeindebüro ein Dimissoriale ausstellen.

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3. Was ist ein Dimissoriale?
Ein Dimissoriale ist die Erlaubnis, eine Amtshandlung (hier die Trauung) an einem anderen Ort, außerhalb der Wohnsitzgemeinde, in Anspruch zu nehmen (= Abmelde- bzw. Entlassungsschein). Wenn Sie nicht in Krofdorf-Gleiberg wohnen, hier aber gerne heiraten möchten, benötigen Sie dieses Dokument. Sie erhalten es im Gemeindebüro Ihrer Wohnsitzgemeinde, es bescheinigt ihre kirchliche Zugehörigkeit. Es verpflichtet mich, den Vollzug der kirchlichen Trauung an die Wohngemeinde zu melden, um so eine ordentliche Kirchenbuchführung zu gewährleisten.

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4. Kann ich die Kirchen frei wählen?
Ja, das können Sie. Beide, sowohl die Krofdorfer Margarethenkirche als auch die Gleiberger Katharinenkirche stehen Ihnen zur Verfügung. Dies gilt auch für die, die gebürtig aus Krofdorf-Gleiberg sind und durch Taufe und Konfirmation einen Bezug zur Gemeinde haben.

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5. Und wenn wir nicht in Wettenberg wohnen?
Paaren, die ihren Wohnsitz nicht in Wettenberg haben und auch nicht gebürtig hierher stammen, stellen wir gerne die Krofdorfer Kirche zur Verfügung. Wir bitten um Verständnis, wenn dies nicht für die Gleiberger Kirche gelten kann: Die vielen Anfragen von außerhalb machen eine derartige Beschränkung leider nötig. Der gegenwärtig beliebte Hochzeitstourismus entwurzelt die Paare ihren eigenen Gemeinden um den Preis, nur auf das Äußere zu sehen und die je schönste Kirche für sich zu „ergattern“.

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6. Wann sollen wir uns anmelden?
Am besten gleich, wenn Sie sicher wissen, dass und wann etwa Sie heiraten wollen. Bei der persönlichen oder telefonischen Anmeldung Ihrer Trauung klären Sie mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer Ihren Terminwunsch für die geplante Hochzeit ab.
Es geschieht leider immer öfter, dass zuerst Gaststätte, dann Standesamt, dann Musikband und zuletzt Kirche abgeklärt wird, Kirche soll andererseits aber entscheidend mit dabei sein. Da kann es natürlich leicht passieren, dass die Pfarrerin bzw. der Pfarrer gerade an diesem schon fünffach bestätigtem Termin nicht kann und den „Schwarzen Peter“ bekommt. Unter Umständen müssen Sie deshalb eine Vertretung akzeptieren, aber selbst die ist nicht immer zu „organisieren“.
Im Zuge der Anmeldung vereinbaren Sie gleich auch eine Zeit für das Traugespräch. Ist es noch länger hin bis zur Trauung, ist ein fester Termin in der Regel wenig sinnvoll; ich rufe Sie dann aber rechtzeitig an, so dass wir etwa 4-6 Wochen vor der Trauung unser Gespräch führen.

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7. Was passiert eigentlich im Traugespräch?
Zunächst einmal: Sie und ich als Pfarrer, der ich Sie trauen soll, müssen uns kennen lernen. Da bleiben Fragen nach Ihrer familiären und beruflichen Situation nicht aus, nach Ihrer Beziehung als Partner, wie Sie sich kennen gelernt haben, nach Ihren kirchlichen Bezügen und schließlich Ihren Erwartungen an die von mir durchgeführte kirchliche Trauung. Auch Sie haben Ihre Fragen, nach dem Ablauf der Trauung, nach organisatorischen Dingen, nach Hilfen für eine christliche Eheführung. Sich dies vorher bewußt zu machen, hilft, mögliche Berührungsängste abzubauen. Es hilft sicher auch, zu wissen, dass das Traugespräch in einem vertraulichen Rahmen stattfindet und dass es die Möglichkeit bietet, Dinge anzusprechen, die man möglicherweise sich vorher untereinander selbst noch nicht getraut hat zu besprechen.

Bringen Sie bitte zum Traugespräch folgende Daten mit:
  • Geburts-, Taufdatum + Konfirmationsdatum
  • jeweils den Ort und die Kirche
  • Konfirmationsspruch
  • Angaben zu den Eltern

Wir besprechen desweiteren den Sinn der kirchlichen Trauung; auch hier wäre es schön, wenn Sie sich schon Gedanken gemacht hätten. Ich erkläre den Ablauf und helfe Ihnen bei der Planung, auch der Auswahl der Lieder sowie eines biblischen Trauspruches. Der Trauspruch soll Sie durch ihre Ehe hindurch wie ein Leitwort begleiten. Ich werde Sie schließlich auch bitten, sich ein eigenes Liedblatt zu gestalten.

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8. Konfessionsverschiedene Ehe – welche Möglichkeiten einer kirchlichen Trauung gibt es?
Sie haben in diesem Fall zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder (a) feiern Sie einen sog. „ökumenischen Gottesdienst“, in dem jeweils ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher mitwirken, oder (b) Sie lassen sich nur evangelisch bzw. nur katholisch trauen.
Der zuerst genannte Weg (a) ist in Zeiten, in denen die beiden großen christlichen Kirchen versuchen, möglichst weitgehend einen gemeinsamen Weg zu gehen, natürlich ein besonderes Zeichen gemeinsam gelebten Glaubens. Es wäre wünschenswert, wenn sich im Vorfeld der Planungen beide Ehepartner Gedanken darüber machen, welche Rolle die jeweilige Konfession für den gemeinsamen Lebensweg spielen könnte. Dies kann auch Gegenstand des Traugesprächs werden. Dass es in beiden Konfessionen verschiedene Auffassungen von Ehe und Traugottesdienst gibt, könnte uns ein Ansporn sein, darüber ins Gespräch zu kommen. – Unterschieden werden muss allerdings nach dem Ort der Trauung: Entscheidet sich das Paar für die Trauung in der evangelischen Kirche, dann überwiegt der evangelische Akzent; umgekehrt treten deutlicher katholische Elemente hervor. Eine gemeinsame Kommission beider Kirchen hat hierfür gesonderte Gottesdienstordnungen erarbeitet.
Falls Sie sich jedoch für eine ausschließlich evangelische Trauung (b) entscheiden sollten (zweiter o.g. Weg), dann ist der katholische Partner gebeten, bei seiner Kirche (Ortsgemeinde) eine sog. „Dispens“ des Bischofs einzuholen.

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9. Können wir uns trauen lassen, wenn ein Partner einer ganz anderen Kirche angehört?
Gehört ein Partner einer anderen christlichen Kirche als der evangelischen (oder katholischen) an, die aber Mitglied der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) ist, so steht einer Trauung seitens der evangelischen Kirche grundsätzlich nichts im Wege.

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10. Was gilt, wenn ein Partner keiner Konfession angehört bzw. aus der Kirche ausgetreten ist oder einer an-deren Religion angehört?
Hier ist eine kirchliche Trauung nur möglich, falls der christliche Partner dies ausdrücklich wünscht und der nichtchristliche Ehepartner zustimmt und sich im Traugespräch bereit erklärt, das christliche Verständnis der Ehe (monogame Ehe auf Lebenszeit; Christsein des Partners; christliche Kindererziehung) zu achten.
Dies geschieht in einem Traugottesdienst, der durch seine Gestaltungsweise erkennen lässt, dass der Wunsch des nichtchristlichen Partners ernstgenommen wird, nicht zur Kirche gehören zu wollen – aus welchen Gründen auch immer. Im Traugespräch sollten wir uns bewusst machen, warum wir zur Kirche gehören oder nicht gehören. Vielleicht tauchen aber auch Argumente für eine neue Sicht von Glaubensdingen auf, die helfen, manche Entscheidungen der Vergangenheit betreffs Glaube und Kirche zu hinterfragen.
Um so mehr freue ich mich natürlich, wenn der nichtchristliche Partner bereit ist, die kirchliche Begleitung seines Partners bei diesem wichtigen Schritt zu akzeptieren.
Die Einzelheiten eines solchen Gottesdienstes (z.B. Gründe für den Wunsch, sich - trotzdem evangelisch - trauen zu lassen) werden im Traugespräch zur Sprache kommen.

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11. Welche Kosten erhebt die Kirchengemeinde für eine Trauung?
Beide Kirchen sind für unsere Gemeindemitglieder im allgemeinen kostenfrei.
Von auswärts wohnenden Brautpaaren, bei denen mindestens ein Partner einmal hier gewohnt hat, erbitten wir einen festgesetzten Beitrag in Höhe von z.Z. Euro 100,- zur Erhaltung der Kirche. Bei Paaren, die unserem Ort fremd sind, bitten wir zusätzlich darum, sich Pfarrer und Organist mitzubringen. Sollen unsere Organisten spielen, erbitten wir den Organistensatz von Euro 30,-. Wir rechnen mit Ihrem Verständnis!

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12. Das Drumherum – Blumen, Fotos...
Gerne dürfen Sie Fotos während der Trauung „schießen“ lassen. Es ist gut, Erinnerungen an diesen wichtigen Tag im Leben zu haben. Da es sich aber um einen Gottesdienst handelt, bitten wir – auch im Interesse des Brautpaares – um eine würdevolle Handhabung.
Zur Ausgestaltung der Kirche dürfen Sie sich selbstverständlich Ihren eigenen Blumenschmuck aussuchen und in Blumenläden zusammenstellen lassen.
Bei der Bestimmung der Kollekte haben Sie freie Hand, sofern sich kein Widerspruch zu von der Kirche zu unterstützenden Zielen ergibt. Es wäre schön, wenn Sie die Arbeit unserer Kirchengemeinde unterstützen (Jugendarbeit, Brot-für-die-Welt, diakonische Arbeit, Erhaltungsmaßnahmen der jeweiligen Kirche...).

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13. Grundordnung des Gottesdienstes
(Variationen möglich)

 Glockengeläut
 Abholung an der Kirchentür
 Festliche Orgelmusik mit Einzug
 Begrüßung
 Lied
 Gebet
 Lesung * (z.B. Hohes Lied der Liebe)
 (Lied/Musik) *
 Predigt zum Trauspruch
 Lied/Musik *
 Lesungen zur Ehe
 Trauhandlung
 Traufrage – Ringwechsel/Zusammenfügung - Gebet und Ehesegen
 Überreichen der Traubibel
 Lied/Musik *
 Fürbittengebet * und Vaterunser
 Segen
 Orgelmusik mit Auszug aus der Kirche

siehe unter Punkt 5. Hier können Sie und Ihre Gäste mitgestalten.

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14. Verheiratet, und dann kriselt es – was dann?
Möglicherweise ein Fall für die Eheberatung. Aber sicher zu aller erst: Lernen, dem anderen wirklich, d.h. vorurteilsfrei zuzuhören, miteinander zu reden, zu beten. Dazu gehört sicher auch, sich an das gemeinsame Versprechen im Traugottesdienst, das man einmal vor anderen Menschen und vor Gott gegeben hat, „einander zu lieben und zu achten, in Freud und Leid nicht zu verlassen und den Bund der Ehe heilig und unverbrüchlich zu halten, bis dass der Tod einen scheidet“, zu erinnern. Und es ist gut, sich an Gottes Segen zu erinnern und glaubend auf Gottes Gegenwart zu vertrauen. Warum nicht auch in der Traubibel lesen, die die Kirchengemeinde zur Trauung schenkte?
Und doch kann es sehr wichtig sein, Menschen, die außerhalb der Partnerschaft stehen, in eine Beratung mit einzubeziehen. Die Kirche bietet hier ihre Beratungstätigkeit an (z.B. Diakonisches Werk). Auch der Pfarrer kann hier wichtiger Gesprächspartner sein; er ist übrigens zum Schweigen über das verpflichtet, was ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut wurde.

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Für Ideen, Anregungen oder Hinweise sind wir Ihnen dankbar.

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 Evangelische Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg
Rodheimer Str. 23, 35435 Wettenberg
Tel.: 0641 - 83210, Fax: 0641 - 8450
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